FOTO:MAnfred Esser

Rezension „Für Dich“

Andreas Martin: „Für dich“ (2014)


Wer die Karriere von Andreas Martin schon länger verfolgt, weiß: Sich auf bisherigen Erfolgen auszuruhen, ist seine Sache nicht. Und so konnte es für den seit Ende der 1970er Jahre erfolgreichen Interpreten, Komponisten und Produzenten in den vergangenen Monaten nur ein Ziel geben: Das neue Album musste noch besser, noch eingängiger, noch tanzbarer werden als der bereits hochkarätige Vorgänger „Kein Problem“, der im Spätsommer 2012 erschienen war.

Und so schüttet der 61-Jährige mit dem neuen Werk „Für dich“ souverän ein Füllhorn an potenziellen Hits über der Schlagerwelt aus. Da wäre zunächst die aktuelle Single „Du, ich mal‘ dein Bild“, die in zahlreichen Hitparaden bereits auf vorderen Plätzen notiert wird. Andreas Martin setzt hier auf etwas, das seit seinem Überhit „Ich fang‘ dir den Mond“ aus dem Jahr 2008 zu einem Markenzeichen seiner Musik geworden ist: Eine überaus romantische Liebeserklärung, verpackt in einen höchst mitreißenden, tanzbaren Pop-Schlager. Auf dieses Leitmotiv, das sich seit einigen Jahren durch das Schaffen des Musikers zieht, greift auch „Tageslicht“ zurück – ein Ohrwurm, der sich mit der liebenswerten Botschaft „Ich schieb‘ die Nacht für dich zurück ins Tageslicht“ ebenfalls in die Riege der großen Andreas-Martin-Hits einzureihen verspricht. Der nicht minder eingängige Titelsong „Für dich“ versteht sich als eine Art Werkschau: Hier greift der Künstler im Refrain eine Reihe seiner Erfolgshits der vergangenen Jahre auf, bereitet damit dem Kenner seiner Musik ein ganz besonderes Vergnügen – und stellt wieder einmal seinen Sinn für Humor unter Beweis. In treibendem Sound und äußerst hitverdächtig kommen auch weitere Up-Tempo-Songs wie „Komm‘ her, ich nehm‘ dich mit“, „Leg‘ jetzt bloß nicht auf“, „Doch irgendwann“ und „Unter dem Regenbogen“ daher. Etwas langsamer, aber dennoch tanzbar nehmen sich „Feuer in der Nacht“, „Wenn es Engel gibt“ und „Wenn du mich nur lässt“ aus. Mit allen Titeln werden Andreas Martin und sein Team auch textlich dem erklärten Anspruch des Interpreten gerecht: „Wenn beim Zuhören Bilder im Kopf entstehen, haben wir es richtig gemacht.“

Besonders aufhorchen lassen zwei Titel, die ein wenig aus dem Rahmen des bewusst diskothekentauglich gehaltenen Albums fallen und mit denen der Künstler erneut einen Beleg für seine Vielseitigkeit liefert. Das optimistische, kämpferische „Diese Kraft, um zu leben“ erinnert in Komposition und Arrangement ein wenig an die großen Hits von Drafi Deutscher aus den 1980er Jahren. Andreas Martin beschwört damit auch die Erinnerung an seine Zusammenarbeit mit Drafi Deutscher als Duo „New Mixed Emotions“ – eine Zeit, die nach eigenem Bekunden für ihn sehr lehrreich war. Mit der einzigen Ballade des Albums, „Mag sein“, klingt das Werk sehr stil- und stimmungsvoll aus.

Einem Brief zufolge, den er zur Veröffentlichung der neuen CD an seine Fans schrieb, wünscht sich Andreas Martin mit der ihm eigenen Bescheidenheit nur eines: Dass sein Publikum Spaß an den neuen Liedern hat und nach dem Anhören sagen kann: „Jawoll, did war schön!“ Jawoll, Andreas, das war es auf jeden Fall. Sehr schön sogar.

Quelle: Dr. Christoph Schüly